.38 PINK




80cm x 80cm

Großformatfotografie

Artbox


2018





Mit dem Ölgemälde „La trahision des images“ von 1929 thematisiert René Magritte den Zusammenhang zwischen Bild- und Objektebene, indem er mit der simplen Aussage „Ceci n`est pas une pipe (Das ist keine Pfeife)“ reflexartigen Widerspruch im Betrachter provoziert und durch den simplen Wahrheitsgehalt seiner Aussage auf eindimensionalem Kommunikationsniveau stets Recht behalten wird. Denn bei Magrittes Malerei handelt es sich schließlich um eine Abbildung und nicht um das Objekt als solches.


Bei meiner Arbeit „.38 PINK“ wird dieses Vorgehen durch den Verzicht auf verbale Hinweise ad absurdum geführt. Zu sehen ist die überdimensionale Darstellung einer mit Champagner gefüllten Wasserpistole. Nach dem Schema „Ceci n`est pas une arme (Das ist keine Waffe)“ löst das Abbild eines entfremdeten Körpers dieses ikonischen Tötungswerkzeuges, das überlebensgroß in Szene gesetzt wird, unwillkürlich zwiegespaltene Empfindungen aus. Die frühe Einbindung verniedlichter Darstellungen von Waffen in das Alltagsleben von Kindern nimmt dem Schrecken realer kriegerischer Auseinandersetzungen die haptische Qualität und fördert so die internationale Aufrechterhaltung maschinellen Tötens. Im selben Moment frage ich mich, ob Vorgartenphilosophische Doppelmoral der eigentliche Untergang des Abendlandes sein wird. Die subtil sarkastische Auseinandersetzung mit Waffengewalt zieht sich als roter Faden durch mein bisheriges Werk. 


Dieser Sarkasmus resultiert entweder aus dem Unvermögen auch nur auf irgendeine aller in diesem Kontext aufkommenden Fragen eine Antwort zu geben oder aus der strikten Weigerung die platte Profaniert menschlichen Tötens zu akzeptieren.


Die Arbeit „.38 PINK“ ist eine Inkarnation des Auslotens eines spannungsgeladenen Verhältnisses zwischen Ästhetik und Gewalt. Sowohl inhaltlich als auch formal wird die Einebnung von Vielschichtigkeit in der Kunst und in weltpolitisch brisanten Phänomenen zum Thema gemacht.







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